5 verschiedene Meditationsarten

12.08.2018

Es gibt sehr viele verschiedene Meditationsarten und alle haben ihre Berechtigung. Hier möchte ich gerne auf die folgenden fünf Meditationsarten eingehen.

 

  • Einfache Mantrameditation    

  • Ausdehnungsmeditation                                                                                              Energiemeditation

  • Tratak  

  • Eigenschaftsmeditation

 

1. Einfache Mantrameditation

 

Die einfache Mantrameditation ist eine absichtslose Meditation ohne aktive Konzentration. 

Eine Einleitung und Durchführung in meinem Kurs könnte wie folgt aussehen:

Setze Dich aufrecht und bequem mit geradem Rücken hin. Eine Stellung mit gekreuzten Beinen ist besonders für das Meditieren geeignet, da die Energie in einem Dreieck fließt. 

Handflächen zeigen nach oben und Daumen und Zeigefinger berühren sich. Lasse den Atem so fließen, wie er will, ohne ihn zu beeinflussen. 

Wiederhole ein Mantra „OM, OM NAMAH SHIVAYA, SO HAM“ oder ein Wort wie „Liebe“, „Frieden“ oder „Stille“. 

Verbinde dieses Mantra oder dieses Wort mit deinem Atem: Wiederhole z.B. OM beim Einatmen und OM beim Ausatmen. Lass es geschehen, fühle den Augenblick. Lass die Gedanken und Gefühle kommen und gehen. Wiederhole das Mantra, und fühle den Atem. Lass alles geschehen. Nach einer Weile wird der Geist von selbst zur Ruhe kommen. 

Bitte deinen Geist während der nächsten 10 Minuten ganz ruhig zu sein.

Wiederhole die folgende Affirmation: Ich verbinde mich mit der kosmischen Energie. Fühle, wie die Energie in dich hineinströmt. Ich verbinde mich mit der kosmischen 

Energie. Wiederhole: „Ich schicke Licht und Liebe zu allen Wesen.“ Spüre dabei, wie dein Herz sich öffnet. „Ich schicke Licht und Liebe zu allen Wesen.“ Lasse jetzt den Atem so fließen, wie er will. Spüre, wie der Atem einströmt und wieder ausströmt. Beobachte einfach, wie der Atem ein- und ausströmt. Wiederhole jetzt das Mantra OM zusammen mit dem Atem. Beim Einatmen OM und beim Ausatmen OM. Verbinde dieses Mantra mit dem Atem. OM steht für Frieden, OM steht für Unendlichkeit. OM steht für die Tiefen deines Bewusstseins. Spüre einfach, wie du beim Einatmen von selbst Om wiederholst.

 

2. Ausdehnungsmeditation

 

Mit dieser Meditationstechnik kann man sein Bewusstsein erweitern und die Einheit mit dem Kosmischen spüren. 

Die Einleitung und Durchführung in meinem Kurs könnte wie folgt aussehen:

Dreimal gemeinsam Om wiederholen. Wenn du willst kannst du dabei mitsingen, dabei kannst du spüren, wie das Om dich zu dem inneren Frieden bringt. 

Om, Om, Om. 

Du sitzt ruhig und ganz bewusst da. Bitte bewegungslos bleiben. Werde dir zunächst bewusst, wie du sitzt. Spüre, wie du dich anfühlst. Werde bewusst, wie der Atem ein und ausströmt. Spüre jetzt die Körperteile, die Bodenkontakt haben. Spüre, wie die Füße auf dem Boden liegen. Spüre, wie das Gesäß auf Boden, Kissen oder Stuhl ruht. Spüre jetzt alle Teile mit Bodenkontakt verbunden. Stelle dir vor, dass du dich beim Ausatmen in diese Körperteile hineinfallen lässt. Spüre, wie du mit jedem Atemzug weiter in den Boden hinein sinkst. Nehme das Gefühl der Schwere wahr. 

Spüre jetzt die Körperteile, die nach links zeigen. Spüre, wie weit die Energie nach links fließt. Spüre die linke Seite deines Beines, die linke Seite deines Rumpfes, deines linken Armes. Spüre die linke Seite des Halses, Wange, Ohr, Schläfe. Spüre jetzt alle nach links zeigenden Körperteile gleichzeitig. Spüre die ganze linke Körperhälfte als Ganzes gleichzeitig. Stelle dir vor, du atmest jetzt nach links und spüre, wie die Energie sich dabei nach links ausdehnt. Mit jedem Atemzug wird Bewusstsein und Energie nach links weiter. 

Spüre jetzt die nach rechts zeigenden Körperteile. Spüre die nach rechts zeigenden Teile des rechten Beines, der Hüfte, die rechte Seite des Bauches, spüre die rechte Seite des Armes bis zur Schulter, die rechte Seite des Halses, die rechte Wange, rechtes Ohr, rechte Schläfe. Spüre die gesamte rechte Körperhälfte als Ganzes gleichzeitig bzw. die Energie, die nach rechts ausstrahlt. Stelle dir vor, du atmest nach rechts und dehnst dich so nach rechts aus. Die Energie strahlt nach rechts immer weiter aus. Du fühlst, wie du nach rechts immer weiter wirst. Werde dir jetzt bewusst, wie sich die hinteren Teile deines Körpers anfühlen. Vom Gesäß, unteren Rücken, oberen Rücken bis zu den Oberarmen, dem Nacken und Hinterkopf. Spüre jetzt alle nach hinten zeigenden Teile des Körpers gleichzeitig. Atme nach hinten und stelle dir vor, du wirst nach hinten weiter.

Spüre jetzt die nach vorne zeigenden Teile des Körpers. Spüre die nach vorne zeigenden Teile der Beine, Bauch, Brust, Arme, Kehle, Gesicht. Spüre insbesondere die Energie von Mund, Nase und Augen. Spüre jetzt alle nach vorne zeigenden Teile des Körpers gleichzeitig. Atme nach vorne und werde nach vorne weiter. Spüre insbesondere Knie und Stirn gleichzeitig. Und während du Knie und Stirn gleichzeitig spürst, spürst du mit deinem hintergründigen Bewusstsein, das Energiefeld nach vorne ausstrahlt. Mit jedem Atemzug dehnst du dieses Energiefeld weiter nach vorne aus. Spüre, wie du immer weiter wirst, dich immer mehr ausdehnst. Spüre die nach oben zeigenden Teile deines Körpers. Spüre insbesondere Schultern und Schädeldecke. Während du mit deinem vordergründigen Bewusstsein Schultern und Schädeldecke gleichzeitig spürst kannst du mit deinem hintergründigen Bewusstsein ein Energiefeld spüren, das sich nach oben ausdehnt. Mit jedem Atemzug wird dieses Energiefeld größer und du spürst, wie du mit jedem Atemzug immer weiter nach oben dich ausdehnst. 

Spüre dich jetzt in alle Richtungen. Spüre dich nach links, vorne und rechts gleichzeitig oder spüre deine Ausdehnung in alle Richtungen. Spüre mit deinem vordergründigen Bewusstsein beide Knie, beide Schultern und Schädeldecke gleichzeitig. Du wirst dann mit deinem hintergründigen Bewusstsein dein Energiefeld spüren, das sich um deinen Körper herum immer weiter ausdehnt. Mit jedem Atemzug kannst du spüren, wie dieses Energiefeld weiter wird. Wie sich dein Bewusstsein in alle Richtungen ausdehnt. Mit jedem Atemzug wirst du so weiter, leichter und leichter. Genieße diesen Zustand der Weite, der Leichtigkeit, der Unendlichkeit. Wiederhole eine Affirmation, wie: Ich bin eins mit dem Kosmischen, ich bin unendliches Bewusstsein. Ich bin eins mit der universellen Liebe und Kraft. 

 

3. Energiemeditation

 

Diese Meditation hilft, die Energien zu harmonisieren, die Chakras zu aktivieren, Energieblockaden in den Nadis zu lösen. Sie führt über die Aktivierung der Energien zur Ruhe des Geistes.

Meine Einleitung und Anleitung könnte wie folgt aussehen: Beginne mit tiefer Bauchatmung. Spüre das Sonnengeflecht im Bauch und stelle Dir vor, wie die Energie im Bauch stärker wird. Stelle Dir eine Sonne im Bauch vor und wiederhole: “Ich sammle Energie in meinem Sonnengeflecht”. Stelle Dir vor, Du schickst die Energie des Bauches beim Ausatmen zum Muladhara Chakra am unteren Ende der Wirbelsäule. 

Atme weiter tief mit dem Bauch ein und aus. Schicke beim Ausatmen die Energie von unten nach oben die Wirbelsäule hoch bis zum Kopf. Schicke beim Einatmen die Energie von oben nach unten durch die Vorderseite des Körpers wieder hinunter zur unteren Wirbelsäule. Spürst Du dabei deine Chakras in Stirn, Kehle, Herz, Bauch und den Geschlechtsorganen? Stelle Dir einen Strom von hellem Licht vor. Sage in Gedanken: “Ich schicke Energie durch die Wirbelsäule zum Scheitel”. Beruhige deinen Atem: atme rhythmisch und flach ein und aus. Spüre deinen Herzchakra, dann deinen Kehlchakra, Stirnchakra, Scheitelchakra. Lass die Konzentration in dem Chakra, das Du am meisten spürst. Spüre, dass dieser Energiepunkt ein Tor und eine Öffnung zum Unendlichen ist. Spüre, wie du dich von dort ausdehnst. Wiederhole jetzt eine Affirmation: “Ich bin eins mit dem Unendlichen”. 

 

4. Tratak

 

Ist eine Augenreinigungsübung und eine Konzentrationsübung, bei der durch das Starren auf einen festen Punkt, zum Beispiel ein kleines Objekt wie eine Kerzenflamme meditiert wird. Tratak gehört zu den sechs Shatkriyas. 

Durch das Starren auf den Punkt zwischen den Augenbrauen, wo der Sitz des Dritten Auges ist, oder auf die Nasenspitze stärkt man die eigene Konzentration und die Augenmuskeln. Für den Anfang reicht eine Minute des Starrens, später verlängert man stufenweise das Üben auf zehn Minuten. Wenn die Augen ermüden oder schmerzen, schließt man sie sofort. 

Das Starren auf die Stirn erweckt Kundalini, das Starren auf die Nasenspitze beeinflusst das zentrale Nervensystem. 

So funktioniert Tratak mit einer Kerze: Eine Kerzenflamme wird als Gegenstand für Tratak benutzt, weil sich hinter den geschlossenen Augen leicht das Bild der strahlenden Flamme projiziert. Man sollte die Kerze in Augenhöhe in einem dunklen, zugluftfreien Raum aufstellen. Tratak Meditation ist eine Meditationstechnik, die den Übenden in Kontakt zum inneren Licht bringen soll. Man stellt eine Kerze im Abstand von etwa 2-5 Meter etwas unterhalb der Augenhöhe hin, setzt sich in eine bequeme Stellung und bleibt ganz ruhig sitzen. Dann schließt man zunächst die Augen und beobachte eine Weile lang, wie der Atem von selbst ein- und ausströmt. 

Meine Einleitung und Anleitung in meiner Yoga-Stunde könnte wie folgt aussehen:

Setze Dich aufrecht und bequem mit geradem Rücken hin. Eine Stellung mit gekreuzten Beinen ist besonders für das Meditieren geeignet, da die Energie in einem Dreieck fließt. 

Handflächen zeigen nach oben und Daumen und Zeigefinger berühren sich. 

Werde dir bewusst, wie die Gedanken vor deinem geistigen Auge dorthin ziehen und spüre, wie sie langsam immer ruhiger werden. Öffne jetzt deine Augen und schaue direkt in die Flamme hinein. Versuche die Augenlider ruhig zu halten. Schaue einfach die Flamme an und lasse sie auf dich wirken. 

Spüre, wie mit der Flamme, Licht, Energie und Positivität in dich hineinströmt. 

Werden deine Augen nach einer Weile feucht, so ist dies ein gutes Zeichen, es reinigt die Augen und verhilft dir zu einer guten Gesundheit. 

Wenn du willst, kannst du die Augen zwischendurch kurz schließen. Halte die Augen solange wie möglich offen und lasse das Licht ganz auf dich wirken. Jetzt schließe die Augen sanft und werde dir bewusst, was du mit geschlossenen Augen sehen kannst. Lass dabei die Augen ganz entspannt. Vielleicht siehst du ein Nachbild der Kerzenflamme, vielleicht auch in einer anderen Farbe oder das Negativbild. Vielleicht siehst du einfach nur verschiedene Farben und Formen, die sich langsam verändern. Vielleicht ist es auch einfach nur gleichmäßig dunkel. Beobachte mit geschlossenen Augen, was du sehen kannst und sei dabei ganz bewusst. 

Öffne wieder die Augen, und schaue ganz entspannt in die Kerzenflamme hinein. Schaue in die Flamme und nur in die Flamme. Lass das Licht dieser Flamme ganz auf dich wirken. Spüre, wie mit dem Licht der Flamme, Licht, Kraft, Weisheit, Positivität in dich hineinströmen. Halte die Augen dabei ganz entspannt, geöffnet oder zwinkere kurz mit den Augen, damit die Augen nicht brennen und die Übung angenehm bleibt. Lasse so das Licht ganz auf dich wirken. 

Schließe wieder die Augen und beobachte, was du mit geschlossenen Augen sehen kannst. Achte dabei darauf, dass die Augen ganz entspannt sind, als ob du dabei ins Unendliche schaust. Und richte diesmal deine Aufmerksamkeit besonders darauf, was du im Punkt zwischen den Augenbrauen sehen oder spüren kannst oder auch etwas darüber. Und lass dich durch diese Empfindung zu einem tieferen Frieden führen. Öffne die Augen noch einmal. Schaue wieder in die Flamme - und nur in die Flamme. Diesmal ohne die Flamme zu fokussieren. Also ohne genau die Flamme fest anzuschauen. Es ist, als ob du durch die Flamme hindurchschaust. Dabei wirst du einen wunderschönen Lichtkranz um die Flamme herum wahrnehmen und in einen meditativen Zustand kommen. Lasse so das Licht der Flamme ganz auf dich wirken und dich zur inneren Stille führen. 

Schließe noch einmal die Augen. Halte die Augen vollkommen entspannt und stelle dir vor, du schaust mit geschlossenen Augen weit in die Unendlichkeit aber leicht nach oben. Während du so, mit geschlossenen Augen, weit weg und leicht nach oben schaust, werde dir wieder bewusst, was du in der Mitte der Stirn spüren kannst. Bleibe so konzentriert, entspannt und ganz ruhig.

 

5. Eigenschaftsmeditation

 

Die Eigenschaftsmeditation entwickelt Eigenschaften wie z.B. Geduld, Wille, Mut, Hingabe, Toleranz, Wahrhaftigkeit, Verständnis, Ausgeglichenheit usw. 

Meine Einleitung und Anleitung in meiner Yoga-Stunde könnte wie folgt aussehen: 

Setze Dich aufrecht und bequem mit geraden Rücken hin. Eine Stellung mit gekreuzten Beinen ist besonders für das Meditieren geeignet, da die Energie in einem Dreieck fließt. 

Handflächen zeigen nach oben und Daumen und Zeigefinger berühren sich. 

Suche Dir eine Eigenschaft aus z.B. Geduld. Wiederhole die Affirmation: "Ich bin geduldig OM OM OM” ein paar Minuten lang. Denke über Geduld nach, als ob Du Dir selbst einen Aufsatz über Geduld schreibst. Definiere Geduld, denke über die Vorteile nach und die Grenzen. Denke über jemanden nach, der selbst geduldig ist, eine wirkliche Person, oder eine aus der Vergangenheit, Theater, Romanen oder Filmen. Visualisiere Dich selbst in Situationen, wie Du geduldig handelst. Wiederhole wieder ein paar Mal: "Ich bin geduldig OM OM OM”. Die Meditation wirkt am besten, wenn Du die Affirmation vor dem Einschlafen und beim Aufwachen nochmals wiederholst, und sie am Tag in die Praxis umsetzt.

 

© Olga Kuhn

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